Glücklich durch Beschwerdeentzug


Interview mit Pastor Will Bowen über seine Vision einer beschwerdefreien Welt



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Kamasha: Du hast eine großartige Initiative gestartet. Wie bist du auf die Idee gekommen? Erinnerst du dich an ein Schlüsselerlebnis?

Will Bowen: Ich bin ein Pastor hier an der Christ Unity Kirche in Kansas City und ich machte eine Reihe von Sonntagsgottesdiensten zum Thema Reichtum und Fülle. Ich hatte den Eindruck, dass alle Menschen ständig davon sprachen, was sie in ihrem Leben noch haben wollten: Sie wollten bessere Partnerschaften, mehr Geld, einen besseren Job. Aber ihr Fokus lag in allen Bereichen nur auf dem, was ihnen fehlte. Sie beschwerten sich über ihre Gesundheit, über ihren Beruf, über ihre Finanzen und über ihre Beziehungen. Ich glaube daran, dass unsere Gedanken unser Leben beeinflussen. Mit unseren Worten zeigen wir, was wir denken. Wenn wir einerseits sagen, dass wir mehr wollen, uns dann aber die ganze Zeit beschweren, dann ziehen wir nichts weiter als Negativität an. Eines Tages, ich stand gerade unter der Dusche, kam mir plötzlich die Idee, an jedes der 250 Mitglieder unserer Gemeinde ein Armband zu verteilen, das sie daran erinnern sollte, positiv zu denken, statt sich zu beschweren. Ich dachte: Das Bändchen ist ein Werkzeug! Jedes Mal, wenn man sich beim Beschweren ertappt, muss das Handgelenk gewechselt werden, an dem man es trägt! Kurze Zeit später hat die lokale Zeitung davon erfahren und eine Geschichte über uns veröffentlicht, die sofort von 35 weiteren Magazinen aufgegriffen wurde. Dann berichtete die erste große Fernsehanstalt über die Aktion. So dass ich, acht Monate nachdem ich die ersten Bänder verteilt hatte, bereits als Talkgast in der Oprah Winfrey Show saß, die sich Millionen US-Bürger anschauen. Bis zum heutigen Tag sind rund 5,5 Millionen Bänder in fast 90 Ländern, inklusive Deutschland, verteilt worden.

Kamasha: Wie hat deine Gemeinde am Anfang auf deinen Vorschlag reagiert, einfach mit den Beschwerden aufzuhören?

Will Bowen: Zuerst haben sie gesagt: „Oh, das ist eine tolle Idee!“ Und ich glaube, einige von ihnen haben es in den ersten Wochen tatsächlich versucht, aber viele zogen das Armband einfach nur an, ohne es wirklich als Instrument einzusetzen. Da wurde mir klar: „Wenn ich will, dass sie damit arbeiten und das Handgelenk bei jeder Beschwerde wechseln, muss ich als Vorbild voraus gehen.“ Also stellte ich mich jeden Sonntag in die Kirche und erzählte über meinen persönlichen Prozess mit dem Band. „Am Montag habe ich es 20 Mal gewechselt, dann, am Dienstag konnte ich es auf 15 Mal reduzieren, Mittwoch lag ich bei neun Beschwerden...“ Dadurch sind auch die anderen Gemeindemitglieder am Ball geblieben. Ich denke, es ist wie bei Roger Bannister gewesen, der Rekordläufer, der es 1954 als Erster schaffte, die englische Meile in vier Minuten zu laufen. Jeder sagte: „Das ist unmöglich!“ Aber sobald Bannister diesen Weltrekord aufgestellt hatte, schafften es Menschen auf der ganzen Welt in der gleichen Geschwindigkeit. Dass ich solange durchgehalten habe, bis ich mein Armband 21 Tage am Stück nicht wechseln musste, brachte die Menschen in meiner Gemeinde dazu, es ebenfalls zu tun.

Den ganzen Artikel findest du in unserer aktuellen Kamasha Printausgabe.


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